Yoga und Nordic Walking

Vor drei Tagen, als ich bei meinem Psychiater im Wartezimmer saß, entdeckte ich einen Flyer meiner gesetzlichen Krankenkasse, auf dem sie Werbung für präventive Gesundheitskurse machten, die sie bezuschussen würden. Jeweils zwei Gesundheitskurse jährlich werden von den Kosten her teilweise übernommen. Darunter waren zum Beispiel ein Yoga Kurs, ein Nordic Walking Kurs, Krafttraining, Rückenschule und andere interessante Angebote aufgeführt. Mein Mann meinte zu mir, dass er durchaus Interesse an einem Yoga Kurs hätte. Auch Nordic Walking könnte er sich eventuell vorstellen. Für Nordic Walking braucht man aber nicht unbedingt einen Kurs, denn bei Youtube gibt es zahlreiche gute Anleitungen für diese Sportart. Heute habe ich ihn dann nochmals gefragt, ob er denn wirklich Lust hätte, mit mir Nordic Walking zu machen. Zu meiner großen Freude antwortete er, dass wir das gerne ausprobieren können. Im Internet habe ich daraufhin gleich zwei Paar Nordic Walking Stöcke bestellt und dazu zwei Fitness Tracking Uhren, mit denen man die Schritte, den Kalorienverbrauch, die Herzfrequenz und viele andere Gesundheitsdaten messen kann. Ich freue mich jetzt schon riesig darauf, mit ihm walken zu gehen. Für mich ist das ein super guter Skill. Und zu zweit macht es sicherlich auch viel mehr Spaß, als wenn ich das alleine mache.

Zum Yoga Kurs will er mit mir auf jeden Fall hin. Wir haben uns dann heute gleich erkundigt, wo genau wir das in unserer Gegend machen können und eine Yoga Lehrerin gefunden, die über die Kasse abrechnen darf. Darauf freue ich mich riesig. Denn ich versuche eigentlich bereits seit Jahren, ihn zu überreden, mit mir zu Hause ein bisschen Yoga zu machen. Und nun werden wir zusammen einen Yoga Kurs besuchen. Ich hätte nie gedacht, dass er das jemals mit mir machen würde. Mit unserer Beziehung läuft es gerade ziemlich gut. Wie glücklich ich doch darüber bin.

Seit ich die dialektisch-Behaviorale Therapie begonnen habe, ist es zwischen uns wieder viel harmonischer geworden. Ich führe das in jedem Fall direkt auf die Therapie zurück. Ich glaube, meine zwischenmenschlichen Fertigkeiten haben sich durch die Therapie auch wirklich spürbar verbessert. Auch meine Gefühle kann ich nun schon viel besser regulieren. Ich flippe auch nicht mehr so schnell aus, bin ruhiger geworden. Jedem Menschen mit Borderline kann ich eine DBT von dem her nur wärmsten empfehlen. Meine Lebensqualität hat sich dadurch in jedem Fall verbessert.

In der stationären dialektisch-Behavioralen Therapie haben wir während dem Körperskills-Training ebenfalls hin und wieder Yoga gemacht. Das hat mir immer sehr gut getan. Ich konnte damit meine Anspannung hervorragend runter bringen. Yoga befreit und reinigt Körper und Seele. Achtsamkeit pur. So habe ich es subjektiv für mich jedes Mal wahr genommen. Ich spreche unheimlich gut darauf an. Ich blicke derzeit sehr euphorisch auf meine Zukunft. Es hat sich einiges getan. Hoffentlich bleibt das so. Ich wünsche jedem Menschen mit Borderline, der ernsthaft an sich arbeitet, ebenso solche kleine Erfolge, die er abfeiern kann. Das stärkt nicht zuletzt auch ein bisschen das Selbstbewusstsein.

Mit einem freundlichen Gruß
Ruby

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