Ohrakupunktur gegen Suchdruck

Morgen habe ich einen Termin zur Ohrakupunktur, die in „meiner“ Psychiatrie gegen Suchtdruck angeboten wird. Sie wird sogar von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Wirksamkeit dieser Methode wurde über Studien belegt. Es ist also kein Hokuspokus. Im Oktober habe ich diese Akupunktur schon mal ausprobiert. Danach hatte ich jeweils wirklich das Gefühl, vollständig frei von Suchdruck zu sein. Leider hat dieser befreite Zustand jeweils nur ein paar Tagen angehalten. Die Ohrakupunktur wird zwei Mal wöchentlich angeboten. Zumindest am Anfang empfiehlt es sich wohl sehr, diese Termine regelmäßig wahr zu nehmen. Sozusagen als Prävention vor Rückfällen.

Wie ich in meinem letzten Blog-Eintrag erwähnt habe, bin ich ein ziemlicher Suchtmensch. Ich kann dieses Angebot von dem her richtig gut gebrauchen. Ab März, wenn ich zur stationären Therapie in die Klinik gehe, muss ich vollständig drogenfrei sein. Und das möglichst bereits ein Monat zuvor. Das würde für mich also bedeuten, dass ich spätestens ab Anfang Februar vollständig drogenfrei sein sollte. Als Deadline habe ich mir nun einfach ganz mutig den morgigen Tag gesetzt. Weil das von den Terminen her mit der dazu passenden Akupunktur so gut zusammen passt.

Außer Cannabis und Nikotin habe ich derzeit aber eigentlich alle Drogen ziemlich gut im Griff. Ich will damit jetzt nicht sagen, dass ich nie einen Rückfall baue. Das wäre gelogen. Als Borderlinerin und Polytoxikomanin bin ich leider sehr labil. Solche selbstzerstörerische Rückfälle sind aber selten und in der Regel nur von kurzer Dauer.

Cannabis hingegen konsumiere ich täglich. Denn bereits seit längerer Zeit besitze ich dafür eine Ausnahmegenehmigung vom BfAuM (Bundesamt für Arzneimittel u. Medizinprodukte), der staatlichen Bundesopiumstelle. Also alles ganz legal. Medizinisches Cannabis beziehe ich in der Apotheke. Meine Cannabis-Therapie wird von einem Arzt begleitet. Doch für meine stationäre Therapie im März muss ich nun auch frei von Cannabis werden. Die DBT Stations-Psychologin findet, dass sich Cannabis nicht wirklich mit der Therapie verträgt. Ein bisschen ärgert mich das. Denn ich bekomme Cannabis ja als Medizin verabreicht. Weshalb also soll ich plötzlich auf meine Medizin verzichten müssen, wo doch selbst die Bundesopiumstelle anerkennt, dass es meine Medizin ist?

Na ja, vielleicht ist es ganz gut, mal wieder eine längere Pause einzulegen. Unterstützend dazu werde ich in Zukunft zwei Mal wöchentlich zur Ohrakupunktur gehen. Damit sollte es klappen. Sollte ich dennoch am Rad drehen, kann ich mir notfalls auch meinen Notfall-Bedarf an Psychopharmakas einpfeifen. Das legt mich dann flach. 🙂

Ab morgen werde ich also mal wieder für eine längere Zeit drogenfrei leben. Hoffentlich gelingt mir das.

Lieben Gruß
Ruby

Dieser Beitrag wurde unter Mein Leben abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.