Medikamentenumstellung

Derzeit geht es mir nicht so prächtig, denn momentan werde ich in der Klinik auf neue Medikamente eingestellt, während die Alten langsam abgesetzt werden. Die 45mg Mirtazapin wurden bereits vollständig ausgeschlichen. Und von meiner Tagesdosis von 800mg Quetiapin bin ich bereits auf einer Minidosis von 50mg herunter dosiert. Anstelle des Antidepressivum Mirtazapin bekomme ich nun jeden Morgen 150mg des Antidepressivums Venlafaxin. Und anstelle des Neuroleptikums Quetiapin nehme ich derzeit 300mg Solian (Amisulprid), ebenfalls ein Neuroleptikum. Das sorgt für allerlei Absetzsymptome. Mein Nervengerüst ist arg angeknackst. Innerlich fühle ich mich ziemlich unruhig und wenig belastbar. Körperliche Symptome zeigen sich in Form von Schüttelfrost, kaltem Schweiß und Zittern. Alles nicht sehr angenehm. Aber bald habe ich es hinter mir. Dennoch kommen mir die Absetzsymptome wie Entzugserscheinungen vor. Es ärgert mich, dass diese Entzugserscheinungen von Fachleuten und Pharmalobby als Absetzsymptome verklärt werden. Mir kommt das ein bisschen wie verharmlosen vor.

Wie gesagt, meine nervliche Belastung funktioniert derzeit nur auf Sparflamme. Laute Stimmen und Geräusche vertrage ich kaum. Auch die Landschulheim Atmosphäre meiner teilweise sehr jungen Mitpatienten geht mir manchmal gehörig auf die Nerven. Beständig lautes Giggeln und Lachen machen mich fast kirre. Ehrlich gesagt finde ich den Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nicht so amüsant, als dass ich mich dem anschließen könnte. Manchmal nervt es einfach nur noch.

Aber am kommenden Dienstag ist mein stationärer Monat bereits vorbei. So lange werde ich es noch aushalten, keine Frage. Dann beginnt eine längere Erprobungsphase bei mir zu Hause. Die ersten Wochen werde ich wieder von einer ambulant psychiatrischen Fachpflege betreut. Mein Wiedereingliederungsantrag für die Tagesstätte in Aurich habe ich bereits zum Sozialamt in Norden geschickt. Eine Verordnung für Ergotherapie in der Klinik habe ich mir ebenfalls wieder organisiert. Gleich nach der Entlassung am Dienstag werde ich mich mit meinen Entlassungspapieren zwei Häuser weiter bei der psychiatrischen Institutsambulanz vorstellig machen. Dort habe ich dann einen kurzen Termin bei meiner Psychiaterin, die mir dann auch gleich ein Rezept für die neuen Psychopharmakas ausstellen wird. Dann geht es ab nach Hause. Der Monat in der Klinik ist echt schnell vorbei gegangen. Hätte ich anfangs nicht gedacht.

Die Therapie hat mir wieder viel gebracht. Die dialektisch Behaviorale Therapie ist wie für mich gemacht. Ich spreche unheimlich gut darauf an. All das Gelernte betrachte ich als Chance, wieder mehr Lebensqualität zu erlangen und trotz meiner Borderline-Erkrankung ein halbwegs vernünftiges Leben führen zu können.

Die ambulante Skillsgruppe in der PIA werde ich auch weiterhin besuchen. Und in wenigen Monaten werde ich dann mein letztes stationäre DBT Modul beginnen. Für die Wiederaufnahme habe ich mich fürs nächste Modul als Tagesklinikpatientin beworben, also dieses Mal nur teilstationär. Ich muss dann jeweils um 8 Uhr früh in der Klinik sein und kann dann jeden Abend um 16.30 Uhr wieder nach Hause fahren. Damit will ich Abends diesem pubertärem Landschulheim Klima ein bisschen entkommen. Denn das ist definitiv nichts für mich, zumal es nur dazu führt, dass ich mich sozial zurück ziehe. Diesen stationären Aufenthalt habe ich schlussendlich mit dem Skill „radikale Akzeptanz“ so gut überstanden. Es ist halt so, wie es ist und lässt sich nicht wirklich ändern. Ich bin froh, dass ich mich einfach voll und ganz auf die Therapie konzentriert habe. Um mich noch einmal zu wiederholen; ich bin ja nicht in einem Landschulheim, sondern in Therapie. Mir ist dabei auch egal, ob das ein Teil meiner Mitpatienten anders sieht. Denn ich weiß, die Therapie ist für mich eine Chance auf ein besseres Leben und eine wirkliche Zukunft.

Ich könnte noch mehr erzählen, belasse es aber für heute bei diesem Eintrag hier,

Ganz lieben Gruß
Ruby

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